Strukturwandel des Eigentums

seit 2021 neuer Sonderforschungsbereich unter Mitwirkung des Lehrstuhls für Praktische Philosophie

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Seit Anfang 2021 hat der Sonderforschungsbereich/Transregio 294 „Strukturwandel des Eigentums“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Universität Erfurt seine Arbeit aufgenommen. Er untersucht aus einer interdisziplinären, gesellschaftstheoretischen Perspektive den gegenwärtigen, fundamentalen Strukturwandel des Eigentums.

Der Lehrstuhl für Praktische Philosophie an der FSU Jena ist mit dem Teilprojekt „Die normativen Grundlagen des Eigentums. Freiheit, gemeinschaftliches und nachhaltiges Eigentum“ in Kooperation mit Prof. Dr. Tilo Wesche von der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg im Sonderforschungsbereich vertreten. Das Teilprojekt setzt sich kritisch mit dem Verständnis des Eigentums als Ausdruck individueller Verfügungsfreiheit, wie es in klassischen philosophischen Theorien zumeist vertreten wird, auseinander. Dieses Verständnis soll sowohl in Hinsicht auf den normativen sozialen Kontext des Eigentums als auch die der Eigentumsidee normativ zu Grunde liegenden Vorannahmen hinterfragt und problematisiert werden. Exemplarisch rückt das Teilprojekt in zwei Arbeitsvorhaben dazu einerseits das Gemeinwohl (Jena) und andererseits die Nachhaltigkeit (Oldenburg) in den Fokus der Untersuchung.

Das Arbeitsvorhaben in Jena beschäftigt sich unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Marlen Esser im Zuge der Untersuchung des Verhältnisses von Eigentum und Gemeinwohl mit der Frage nach externen normativen Grenzen des Eigentums. Die Annahme eines, von liberalen Positionen oft vertretenen, analytischen Verhältnisses von Eigentum und individueller Freiheit soll dabei zunächst auf Defizite gegenüber anspruchsvolleren Freiheitskonzeptionen hin untersucht werden. Letztere könnten ein größeres kritisches Potential bergen und damit auch eine stärkere Einhegung der Eigentumsansprüche mit Bezug auf die je besonderen sozialen und politischen Verhältnisse leisten. Auf der Grundlage  der Auseinandersetzung sowohl mit Ansätzen der klassischen Theorietradition als auch mit philosophischen Traditionen, die bislang im europäischen Kontext wenig Beachtung finden, zielt das Projekt darauf, ein erweitertes Eigentumsverständnis und dessen Legitimation im Hinblick auf die mögliche Ausgestaltung gemeinschaftlichen Eigentums zu gewinnen.

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Weiterführende Informationen zum Sonderforschungsbereich und den beteiligten Projekten finden Sie auch auf den Seiten des Instituts für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Internetpräsenz der Universität Erfurt:

 - Pressemitteilung der FSU Jena vom 26.11.2020: mehr erfahren  
 - Informationen des Instituts für Soziologie: mehr erfahren   
 - Informationen der Universität Erfurt: mehr erfahren

Weitere Informationen zum Kooperationsprojekt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg finden Sie in Kürze hier.