Wie umgehen mit Rassismus in klassischen Texten der Philosophie?

In vielen klassischen Texten der philosophischen Tradition treffen wir auf Passagen, die – mindestens nach heutigen Maßgaben – als rassistisch zu beurteilen sind. Die Frage, wie wir mit diesem problematischen Erbe umgehen sollen, wird sowohl in der Öffentlichkeit als auch innerhalb des akademischen Diskurses diskutiert. Oft wird die Diskussion mit einer Frage eröffnet, die auf die jeweiligen Autor*innen gerichtet ist: „Waren – zum Beispiel: Kant, Fichte, Hegel, oder auch: Hannah Arendt und Max Weber ... Rassisten bzw. eine Rassistin?“. Es scheint so, als bestünde die Aufgabe einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen philosophischen Tradition darin, nun die Klassiker der Reihe nach durchzugehen, um dann ein be- oder entlastendes Urteil über sie zu fällen. In meinem Vortrag möchte ich deutlich machen, inwiefern diese Herangehensweise das Thema auf problematische Weise verengt. Ich versuche an konkreten Fällen zeigen, wie dadurch wichtige sowohl philosophische als auch philosophiegeschichtliche Aspekte, aber auch die politische Dimension des philosophischen Diskurses nicht mehr angemessen in den Blick kommen. Und nicht zuletzt: dass auf diese Weise die selbstkritische Auseinandersetzung des Fachs mit etablierten Rezeptionspraxen, Universalisierungsansprüchen und dem eigenen Selbstverständnis möglicherweise blockiert wird.
Diese Veranstaltung ist beendet.
Veranstaltung beendet
Beginn
Ende
Veranstaltungsart
Vortrag
Ort
Referent/in
Pro. Dr. Andrea Esser
Veranstalter
forum philosophicum FernUniversität Hagen
Veranstaltungssprache
Deutsch
Veranstaltungswebseite
Barrierefreier Zugang
ja
Öffentlich
ja